Geschichte des Karate
Karate hat sich unter chinesischem Einfluss
während vieler Jahrhunderte auf Okinawa entwickelt. Chinesen
der Oberschicht brachten verschiedene Arten des Kung Fu nach
Okinawa.
Geschichtliche Fakten bezüglich der Entwicklung
zur Kampfkunst Karate beginnen im 18. Jahrhundert. Karate
bedeutete damals "Kunst aus China". In den 20er
Jahren des letzten Jahrhunderts fand es den Weg nach Japan.
Nach einem Besuch des japanische Kronprinzen auf Okinawa,
wurde Meister Gichin Funakoshi 1922 eingeladen, Karate der
japanischen Öffentlichkeit vorzustellen.
Meister Funakoshi gilt wegen seiner Vorreiterrolle
als Vater des modernen Karate. Andere Karatelehrer aus Okinawa
taten es Funakoshi gleich und brachten ihre Form des Karate
nach Japan. Zwischen den einzelnen Schulen bestanden Unterschiede
in der Art der Stellung oder in der Ausführung der Techniken.
Man spricht deshalb heute von verschiedenen Stilrichtungen.
Meister Funakoshi lehnte es ab, von Stilrichtungen zu sprechen.
Für ihn gab es einfach Karate. Trotzdem bezeichnet man
seine Art des Karate als Shotokan Karate.
In Europa ist Karate seit 1954 bekannt. In Frankreich
wurden nach Demonstrationen japanischer Meister erste Trainingsgemeinschaften
gebildet, und in der Schweiz formierten sich erste Gruppen
im Jahr 1961. Shotokan ist eine der in der Schweiz am weitesten
verbreiteten Stilrichtungen.
Karate hat sich in den letzten Jahren stark
gewandelt. Meister Funakoshi lehnte Wettkämpfe strikte
ab. Er lehrte, dass das Hinführen zu einem erhabenen
Geist und einer Haltung der Demut das eigentliche Ziel dieser
Kampfkunst sei. Gleichzeitig sollte aber die Kraft entwickelt
werden, um beispielsweise ein wildes Tier mit einem Schlag
niederstrecken zu können.
Die Grundidee des 'Sport-Karate', bei dem der
Sieg über den Gegner über allem steht, widerspricht
Funakoshis Philosophie. Trotzdem hat sich der sportliche Wettkampf
seit den 50er Jahren rasant weiter entwickelt. |